Am nächsten Freitag werden in Berlin anlässlich der Lesung von Sascha Lobos Roman über Aufstieg und Fall in der New Economy Strohfeuer die digitalen Groupies zusammenströmen, um sich in die erste Reihe zu knien, die iPhones vom Leibe zu reissen und jede Zeile des Romans mitzusingen.

Eine wichtige Eigenschaft von Groupies nämlich ist es, dass sie schon vor dem Veröffentlichungstermin eines Werkes jede Strophe mitsingen können. Normalerweise wird soetwas praktischerweise über Raubkopien ermöglicht. Aber da Sascha Lobo kein Fan von Raubkopien ist und jedem Raubkopierer eine Armee von über 46.000 Followern auf den Hals zu hetzen in der Lage ist, bleibt dieser Weg verschlossen.

Dennoch: es gibt einen völlig legalen Weg, sich bei der Lesung als wahrer Fan zu erweisen. Bekanntermaßen heisst der Vorläufer von Strohfeuer nämlich strohfeuer.de (ja, damals war .de suffixmäßig noch modern!) und wurde 2005 in einem Blog veröffentlicht, dessen Name irritierend an eine Lucasfilm-Firma erinnert, Industrial Technology & Witchcraft. Für Euch habe ich mich durch die schwelenden Überreste des Blogarchivs mit unwegbaren Navigationstrümmern gekämpft, um alle Teile zusammenzutragen, damit Ihr es auswendig lernen und am Freitag mit Faktenwissen glänzen könnt:

strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 1
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 2
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 3
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 4
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 5
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 6
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 7
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 8
strohfeuer.de von Sascha Lobo – Teil 9

Wenn der Roman nur halb so gut wie diese Bloggeschichte ist*, dann wird er rasant sein. Und ich werde ihn lesen, gleich nach Matthias Sachaus Bestseller, Mia Bernsteins hochgelobtem Werk, Elisabeth Ranks famosem Buch, allen Büchern von Else Buschheuer etc pp. Aber das natürlich nur, falls ich das lähmende schlechte Gewissen überwinden kann, welches mich jeden Tag quält, all diese Bücher noch nicht gelesen zu haben.

*Er wird vermutlich wirklich nur halb so gut sein, weil der Verlag ja darauf achten muss, den Massengeschmack zu treffen und auf mehr Dreier-Sexszenen und weniger New Economy bestehen wird.